Was versteht man unter Handwerk?

Der Begriff Handwerk definiert eine gewerbliche Tätigkeit, die ein bestimmtes Produkt auf Bestellung fertigt oder auf Nachfrage eine Dienstleistung erbringt. Der Begriff steht auch für den gesamten Berufsstand. Im Gegensatz zur industriellen Massenproduktion auf Vorrat wird im Handwerk auf Bestellung gefertigt.

Die Geschichte des Handwerks begann irgendwann im früher Mittelalter. So begannen damals Handwerker Kunsthandwerk sowie Glasarbeiten für die Kirchen zu fertigen. Im Bauhandwerk waren es vor allem Maurer und Steinmetze, die Kirchen, Kathedralen und Schlösser bauten. Andere ebenfalls häufiger vorkommende Handwerksberufe waren der Schmied oder der Müller. In der Blütezeit des Mittelalters veränderte sich die Handwerkskultur. Viele Handwerker zogen in die Städte. Aufgrund der steigenden Nachfrage wurde aus einer punktuellen Auftragsarbeit eine mehr oder weniger ständige Produktion.

Mittelalter = Blütezeit

Als in der Blütezeit des Mittelalters die Nachfrage nach handwerklichen Produkten stark zunahm, schlossen sich vor allem in den Städten die Handwerker zu sogenannten Zünften zusammen. Wer sich nicht solch einer Zunft anschloss, konnte praktisch nicht mehr arbeiten. Wenn er trotzdem handwerkliche Tätigkeiten ausübte und verkaufte, konnte er ordnungspolizeilich verfolgt werden. Natürlich gab es auch Ausnahmen. Das waren dann besonders begabte Handwerker, die eine Ausnahmegenehmigung erhielten und damit ohne Mitglied einer Zunft zu sein, ihr Handwerk ausüben durften. Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks, war solch eine Ausnahme. Im Zuge der Französischen Revolution setzte sich jedoch im 18. Jahrhundert mehr und mehr die Gewerbefreiheit durch. Damit hatte jeder Bürger das Recht, ein Handwerk seiner Wahl auszuüben.

Schreibe einen Kommentar