Sandstein als Baustoff

Was ist überhaupt Sandstein?

Die Definition des Begriffs Sandstein geht zurück bis ins achtzehnte Jahrhundert, als ein deutscher Geologe dieses gefundene Gestein erstmalig als Sandstein deklarierte. Als die Geologen das System des Triasgesteins endgültig festgelegt hatten, wurde der Buntsandstein offiziell als eine Sandsteinschicht des unteren Trias deklariert. In Deutschland findet man noch reichliche Vorkommen von Sandstein im Spessart, Odenwald und im Schwarzwald, während man in einigen Gebieten Südniedersachsens und Nordhessens geballte Vorkommen mit bis zu tausend Metern Höhe dieser Gesteinsformation vorfindet. Die untere Grenze des Sandsteins, welche gleichzeitig die unterste Grenze der Triasgesteinsformation ist, wird mit dem Beginn der Calvörde-Gesteinsgruppe festgelegt. Die obere Grenze des Sandsteins wird als Basis des sogenannten Grenzgelbkalkes bezeichnet. Die Zeit der Entstehung des Sandsteins wird im Zeitraum zwischen 251 und 246 Millionen Jahren angegeben, was einer gesamten Entstehungsdauer von sechs Millionen Jahren entspricht. Der Sandstein ist eine Verbindung aus lockerem Sand und Quarz, welche sich während der Evolution miteinander verschmolzen haben.

Die wirtschaftliche Zuordnung

Da das Gestein des Sandsteins durch seine sehr guten Eigenschaften der Verarbeitung zur Verwendung als besonderes Baumaterial auffällt, wurde es überwiegend zum Bau von speziellen Bauwerken wie Kirchen oder Burgen verwendet. So wurden beispielsweise das Heidelberger Schloss und das Freiburger Münster als bedeutendste Bauwerke mit diesem Material erschaffen. Durch seine eigenartige Verwitterungsformen entstanden oft eigenständige Felsformationen, welche mittlerweile zu Naturdenkmälern erklärt und somit geschützt wurden. So findet man beispielsweise in der Pfalz ein gewaltiges Massiv mit einer Länge von über einem Kilometer und über fünfundzwanzig Metern an Sandstein mit den beiden Attraktionen mit Teufelstisch und Altschlossfelsen. Bruchfrische Sandsteine lassen sich grundsätzlich besser verarbeiten als bereits längere Zeit gelagerte Sandsteine.

Sandsteine werden sehr oft als Mauerstufen und Biotope verwendet, damit sich auf der Oberfläche niedere Pflanzen ausbreiten können. An vielen Weinberghängen tritt vereinzelt der Sandstein als stufenförmiges Gebilde auf. Aber auch ganze Stadtteile wurden aus dem Baustoff Sandstein gefertigt und prägen seit der Zeit das Stadtbild, wie es beispielsweise in Düsseldorf, Nürnberg und im Besonderen in Dresden der Fall ist. Ein großer Teil des Dresdner Zwingers wurde ebenfalls aus Sandstein gefertigt und ist eines der meist besuchten Gebäude in Dresden. Für dekorative Innenarchitektur und besondere Skulpturen verarbeitete man den weichen Tonsandstein, während man bei den Außenmauern und Wänden den härteren Sandstein vor allem aus dem Sandsteingebiet bei Pirna an der Elbe abbaute. Besonders bei historischen Gebäuden, wo seinerzeit Sandstein verarbeitet wurde, versuchen die Architekten Sandstein mit möglichst der gleichen Färbung und Struktur zu bekommen, auch wenn der Transport dieses Sandsteins einen nicht unerheblichen Kostenaufwand verursacht.

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