PVC für Baustelle und Haus

PVC ist die Abkürzung für Polyvinylchlorid. Wegen vieler Vorzüge gehört PVC zu den am häufigsten verwendeten Kunststoffen. Dieser Kunststoff ist schwer entflammbar, korrosionsbeständig, witterungsbeständig und resistent gegen Chemikalien. Er lässt sich leicht verarbeiten und hat ein geringes Gewicht. PVC verrottet kaum und Sonnenlicht zersetzt die Oberfläche nicht.

PVC wird in großem Maße im Baubereich eingesetzt, so für Rohre, Fußbodenbeläge und für Fenster. Weil PVC schwer entflammbar ist, wird es auch bei der Herstellung von Kabeln genutzt. In verschiedenen Anwendungsbereichen sind PVC-Folien sehr verbreitet. Durch das geringe Gewicht des PVC wird es beispielsweise auch beim Bau von Windrädern und Sportbooten verwendet. Doch auch in anderen Bereichen wird PVC verwendet, so bei der Herstellung von Koffern, Textilien, Schuhen, Verpackungsmaterial und Flaschen oder auch im Möbelbau. Bekannte Handelsnamen für PVC sind Hostalit, Ekadur, Igelit, Vinoflex, Coroplast, Koresal oder Vinidur. Vom Weichmacheranteil ist es abhängig, ob es ein Hart-PVC oder ein Weich-PVC ist, wobei ein Hart-PVC grundsätzlich keine Weichmacher enthält. An die Weichmacher werden hohe Anforderungen für die Verwendung gestellt: Eine hohe Wirkung sollten sie in einer möglichst geringen Konzentration erreichen, und sie sollen konsumentenfreundlich anwendbar sein, das betrifft hauptsächlich den gesundheitlichen und umweltorientierten Aspekt. Die Wirkungsweise der Weichmacher ist hierbei sehr profan: Sie lagern sich an den Molekülketten des PVC an, wodurch sie das harte Gefüge auflockern. Diese Anlagerung ist eine physikalische Ausdehnung der Struktur. Doch nicht nur Weichmacher werden dem PVC zugegeben, um die Eigenschaften des Kunststoffs zu verbessern, auch Stabilisatoren, Füllstoffe, Flammschutz, Antistatika, Gleit- und Triebmittel sowie Farben setzt der Hersteller zu.

PVC ist gesundheitsgefährdend. Über 150 Substanzen des PVC gasen aus, darunter Alkylphenole, Alkohole, Aldehyde, Karbonsäuren, Ketone, Esther und aromatische Kohlenwasserstoffe. Sind die Konzentrationen dieser Stoffe in der Raumluft, so können sie gesundheitliche Schäden verursachen. Symptome sind trockene Schleimhäute der Augen, der Nase und des Rachens, tränende Augen, eine laufende Nase, Juckreiz und Müdigkeit, die Leistungsfähigkeit kann eingeschränkt sein, Kopfschmerzen können auftreten, Gerüche und Geschmack können unangenehm sein und die Infektanfälligkeit ist erhöht. Bei der PVC-Herstellung wird Vinylchlorid verwendet. Vinylchlorid ist krebserregend und wird vom fertigen PVC in geringer Konzentration abgegeben. Wenn das schwer entflammbare PVC brennt, beispielsweise bei einem Wohnungsbrand, werden unter anderem Chlorwasserstoff und Kohlenmonoxid abgegeben. Die ökologischen Probleme, die PVC verursacht oder verursachen kann, so ist zum Beispiel die Entsorgung immer noch ein großes Problem, veranlassen die Industrie der Industrieländer mehr und mehr dazu Ersatzstoffe einzusetzen.

Dennoch nimmt die PVC-Produktion weltweit immer noch zu. 35 Millionen Tonnen dieses Kunststoffs werden zurzeit jährlich produziert.

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