Lehm – Baustoff der Zukunft

Bei Lehm handelt es sich um eine Mischung aus Sand, Ton und Schluff und ist sehr weit verbreitet und leicht verfügbar.

Bei Verwitterung oder unsortierter Ablagerung von festen oder lockeren Gesteinen entsteht Lehm. Dies kann an verschiedenen Orten der Fall sein, dementsprechend wird beim Lehm auch unterschieden zwischen Berglehm, Gehängelehm, Lösslehm, Auenlehm oder Geschiebelehm.

Bei Lehm handelt es sich um einen der ältesten Baustoffe der Welt. Ist Lehm trocken, dann ist er fest. Ist er allerdings in einem feuchten Zustand, so ist er formbar. Wird Wasser hinzugegeben, dann quillt der Lehm, wird er dagegen getrocknet, so schwindet oder schrumpft er. Wird Lehm als Baustoff verwendet, dann speichert er sehr gut die Wärme und reguliert die Luftfeuchtigkeit. Da Lehm einen sehr hohen Anteil an verwitterten Materialien hat, entsteht auf Lehm normalerweise ein sehr fruchtbarer Boden. Als Baumaterial wurde Lehm schon sehr früh verwendet. Uns sind heutzutage Lehmbautechniken bekannt, die schon vor über 9.000 Jahren entwickelt wurden. Lehm ist das erste Bindemittel, das in der Bautechnik verwendet wurde und zusammen mit Holz das älteste Baumaterial. Auch in der heutigen Zeit ist Lehm noch sehr wichtig als mineralischer Baustoff, zu denen auch Kalk oder Zement gehören. Ungefähr ein Drittel der gesamten Weltbevölkerung lebt in Häusern, die aus Lehm errichtet wurden. Auch große und berühmte Gebäude, wie zum Beispiel eine große Moschee in Mali, wurden mit Lehm und Lehmziegeln errichtet.

In Deutschland, in Regionen, die kalkarm sind, wurde Lehm vor 1950 in Fachwerkhäusern bei Innenwänden, Lehmputz oder Geschossdecken verwendet. Vor knapp 30 Jahren hat man wieder begonnen, mit Lehm zu bauen, da er sehr umweltfreundlich ist und nicht die Gesundheit gefährdet. Allerdings erzeugt Lehm als Bindemittel keine festen und unlöslichen Bindungen, deshalb muss er, wenn er als Baustoff verwendet wird, vor Witterung geschützt sein. Bei Ziegeln wird Lehm als Ausgangsmaterial benutzt und gebrannt. Wegen seiner guten Eigenschaften zum Speichern von Wärme kann Lehm an heißen Bauteilen eingesetzt werden, beispielsweise zum Verputzen von Wandheizungen oder bei Öfen. Lehm, der zum Bauen verwendet wird, wird zuerst in eine feuchte Form gebracht und dann getrocknet. Es kommt hierbei auf die richtige Mischung zwischen Ton, Schluff und Sand an. Sollte zuviel Sand im Lehm enthalten sein, wird dieser schnell bröckelig, ist zu viel Ton enthalten, wird der Lehm rissig. Eine geringere Dichte des Lehms und die damit verbundene bessere Wärmedämm-Eigenschaft werden erreicht, wenn dem Lehm Stroh zugesetzt wird. Stroh hat auch die Wirkung, dass es der Bildung von Rissen entgegenwirkt.

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