Hüttenstein – der künstliche Baustein

Unter Hüttenstein versteht man einen Mauerstein, der aus Hüttensand und hydraulischem Bindemittel auf künstliche Weise hergestellt wird. Die hydraulischen Bindemittel, die bei der Herstellung benutzt werden, sind normalerweise Zement oder Kalk. Man vermengt diese mit granuliertem Hüttensand und verpresst sie unter hoher Druckeinwirkung zu Steinrohlingen. Diese Steinrohlinge lässt man unter Dampf oder an der Luft aushärten. Gebrannt werden die Steine anders als Tonziegel nicht.

In der DIN 398 gibt es Regulierungen bezüglich der Eigenschaften und Bezeichnung von Hüttenstein. Je nach Steinformat, Rohdichte und Druckfestigkeit unterscheidet man zwischen Hüttenvollstein HSV, Hüttenlochstein HSL und Hüttenhohlblockstein Hhbl. Mit Hüttenvollsteinen sind Mauersteine gemeint, bei denen sich der Querschnitt durch Lochung vertikal zur Lagerfläche um maximal ein Viertel verringern lässt. Lochsteine sind Mauersteine, die an fünf Seiten geschlossen sind und vertikal zur Lagerfläche einen Lochanteil von mehr als einem Viertel aufweisen. Eine gleichmäßige Verteilung der Löcher über minimal 3 Reihen ist erforderlich. Hüttenhohlblocksteine sind fünfseitig geschlossene, großformatige Mauersteine, die Hohlräume vertikal zur Lagerfläche besitzen. Je nach Breite der Steine sind die Löcher in 3 bis 5 Reihen angeordnet.

Zum Einsatz kommen Hüttensteine für das Außenmauerwerk wie auch für das Innenmauerwerk. Demnach können Hüttensteine für alle Mauerwerke benutzt werden, bei normalen Wänden ebenso wie bei Schutzschichten von Abdichtungen. Auch ganze Schutzwände können aus Hüttenstein errichtet werden, oder auch Trennwände, ob tragend oder nicht tragend. Zudem dienen Hüttensteine zum Ausfachen von Fachwerken, Stahlskeletten und Stahlbetonskeletten. Auch Schachtwände oder Brüstungen aus Hüttenstein sind erhältlich. Eine weitere Einsatzmöglichkeit von Hüttenstein ist die Errichtung von Stützpfeilern.

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