Zellulose

Als Zellulose, fachsprachlich Cellulose geschrieben, bezeichnet man den Hauptbestandteil von pflanzlichen Zellwänden. Es ist die häufigste organische Verbindung, die man auf unserem Planeten finden kann. Konkret ist es ein unverzweigtes Polysaccharid, welches sich aus vielen Hunderten oder Tausenden Cellobiose-Einheiten zusammensetzt. Zur Bildung von Cellulose kommt es in der Plasmamembran. Anschließend tritt eine Vernetzung auf, wodurch fibrilläre Strukturen entstehen.

Eingesetzt wird Zellulose unter anderem in der Baubranche als Dämmstoff. Dämmstoffplatten aus Zellulose werden aus Altpapier produziert. Man zerkleinert die Altpapierflocken, behandelt sie mit Dampf und presst sie zu Platten. Der Wasserdampf führt zur Aktivierung der Bindemittel, welche die Zellulose enthält. Um die Platten zu stabilisieren, fügt man ihnen häufig noch weitere Fasern bei. Um für einen besseren Brandschutz zu sorgen, wird den Zellulosedämmstoffplatten zudem Borsalz und/oder Aluminiumsulfat beigemischt. Die Platten kommen in der Wänden von Holzständerkonstruktionen und im Dach als Zwischensparrendämmung zum Einsatz. Von Vorteil ist, dass es die Platten elastisch sind und dass sich um ein recht umweltfreundliches Material handelt. Allerdings lassen sich die Platten nicht kompostieren. Problematisch ist zudem die hohe Staubentwicklung, die entsteht, während man die Platten verarbeitet. Außerdem dürfen die Platten nicht belastet werden.

Ebenfalls gedämmt werden kann mit Hilfe von Zelluloseflocken. Diese bestehen ebenfalls aus Altpapier. Man stellt sie her, indem man Altpapier mechanisch zerkleinert. Mit Hilfe eines Mahlverfahrens verleiht man den Flocken eine 3-dimensionale Struktur. Um vor Schimmel zu schützen und den Brandschutz zu erhöhen, gibt man bis zu 20 Prozent Borsalze zu. Die Zelluloseflocken werden als Einblasdämmung für Hohlräume benutzt. Auf vertikale Flächen können sie aufgesprüht werden.