Torp

Immer mehr Menschen zieht es ins Ausland. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Vielleicht ist es nur über die Ferien, möglicherweise auch, um im Ausland zu arbeiten.

Manche schnüren aber auch ihr Bündel, um komplett ins Ausland umzusiedeln. Ganz oben auf der Liste der bevorzugten europäischen Länder steht in jedem Fall Schweden. Als hochmodernes, landschaftlich reizvolles Land ist es bevorzugtes Ziel für Auswanderer und Arbeiter. Als wichtigste Frage stellt sich natürlich die Frage nach der Unterkunft. Selbstverständlich besteht immer die Möglichkeit, sich in einer Pension oder einem Hotel einzumieten. Doch gerade wenn der Aufenthalt länger dauert oder man sich eine gemütlichere Wohnweise wünscht, sollte man darüber nachdenken, ein schwedisches Haus zu mieten bzw. käuflich zu erwerben. Ein besonders attraktives und ungewöhnliches Ferienhaus ist dabei das Torp. Im heutigen Sprachgebrauch handelt es sich dabei um einen kleinen, abgeschiedenen Bauernhof mit einem kleinen, meist ziemlich alten Häuschen darauf. Übersetzt bedeutet Torp so viel wie „Kate“.

Woher kommt dieser Begriff?

Die Ähnlichkeit des Wortes „Torp“ mit dem deutschen Wort „Dorf“ kommt nicht von ungefähr. Beide Wörter haben die gleiche Wurzel im Germanischen und ursprünglich war ein Torp ein Hof, der vom Rest des Dorfes deutlich abgegrenzt war, mitunter auch durch Umzäunung. Es handelte sich meist um stetig wachsende Anwesen, die manchmal sogar dem Ort, in dem sie lagen, ihren Namen gaben, kombiniert mit den Namen von Personen. Beispiele dafür findet man noch unter schwedischen Ortsnamen, wie Anderstorp und Staffanstorp. Besonders häufig treten diese Namen in Götaland auf. Später wurde der Begriff erweitert. Ab dem 16. Jahrhundert wurden auch unfreie, kleine Höfe, die auf privatem Grundbesitz lagen, als Torp bezeichnet. Vergleichbar damit sind die deutschen Hufe. In diesem speziellen Torp wohnten oft Fronleute. Als Gegenleistung für die Erlaubnis des Gutsherren, auf seinem Besitz zu leben, leisteten die Bewohner dieses Torps Tagewerke für ihn, also Fronarbeit, um ihre „Miete“ abzuzahlen. Mitunter zahlten sie auch in Naturalien, je nachdem was der Gutsherr verlangte. Auf diese Weise wurden die größeren Gutshöfe mit ausreichend Arbeitskraft versorgt. Auch Soldaten bekamen oft ein Torp. Hier konnten sie in Friedenszeiten leben und einer geregelten Arbeit nachgehen, um ihre Familien versorgen zu können. Außerdem konnten sie hier nach Ableistung ihrer Dienste einen ruhigen Lebensabend verbringen. Aus all diesen verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten wird ersichtlich, wie unterschiedlich ein Torp ausgestattet sein kann. Handelt es sich um ein altes Herrengut, wird das Ferienhaus größer ausfallen und ist möglicherweise noch immer Mittelpunkt einer Siedlung. Ist es dagegen ein soldattorp oder ein ehemaliger unfreier Hof, handelt es sich bei dem Ferienhaus höchstwahrscheinlich um ein sehr kleines Häuschen mitten auf dem Lande. Freilich hat jede Variante ihren ganz eigenen Reiz, so dass für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas vorhanden ist.