Strangpressplatte

Strangpressplatten gehören der Untergruppe der Spanplatte an. Sie setzen sich aus Holzspänen und Klebstoff zusammen. Anders als bei Flachpressplatten sind die Späne hier vor allem im rechten Winkel zur Plattenebene angeordnet. Zu diesem Zweck streut man bei der Produktion die Späne in einen beheizten Presskanal und verdichtet sie mit einem Kolben. Man kann Holzmehl, Schwarten, Furnierreste und Ähnliches dafür einsetzen. Aufgrund ihrer Querschnittstruktur weisen Strangpresslatten zwar eine hohe Querzugsfestigkeit auf, jedoch eine recht geringe Biegefestigkeit. Daher muss in den meisten Fällen eine Beplankung mit einer Holzfaserplatte oder einem Furnier erfolgen.

Man setzt Strangpressplatten vor allem im Innenausbau und zum Bau von Möbeln ein. Die Platten können leicht verarbeitet werden und lassen sich sehr gut formen. Darum arbeiten Schreiner und Tischler meist sehr gern mit ihnen. Im Außenbereich dürfen Strangpressplatten nicht verwendet werden, da sie nicht wetterfest verleimt wurden. Für Feuchträume sind sie jedoch geeignet, denn ihre Verleimung hält einer hohen Luftfeuchte stand.

Es gibt auch noch Strangpress-Röhrenplatten. Bei diesen ordnet man bei der Produktion mehrere Heizröhre längs der Pressrichtung an. Im Presskanal bildet sich dann ein Hohlraum, der die Platten äußerst leicht werden lässt. Dies macht sie gut geeignet für Wandelemente, Decken, Trennwände und Türblätter. Um die Platten statisch stabiler zu gestalten, verkleidet man sie für gewöhnlich mit Furnieren und beschichtet sie.

Erfunden wurden Strangpressplatten von Otto Kreibaum aus dem Ort Lauenstein. Er suchte nach einer Möglichkeit zur Verwertung von Holzabfällen und meldete 1949 sein weltweites Patent für ein Strangpressverfahren an. Ab 1951 wurden die Strangpressplatten dann nach diesem Verfahren produziert.