Schilfrohr-Platte

Schilfrohr ist ein nachwachsender Rohstoff, der zur Herstellung von Schilfrohr-Platten dient. Man nennt die Platten auch schlicht Schilfplatten oder Schilfrohr-Dämmplatten. In der Regel werden die Platten produziert, ohne dass Chemikalien zugesetzt werden. Dabei legt man die Schilfrohre so hin, dass sie sich parallel zueinander in einem Schacht quer zur Richtung der Produktion befinden. Die Rohre werden auf mechanische Weise gepresst, um sie auf die erforderliche Dicke zusammen zu pressen. Man verwendet Läuferdrähte aus Edelstahldraht oder verzinktem Metalldraht an der Ober- und Unterseite der Schilfrohre, um die Platten zusammen zu halten.

Schilfrohr-Platten finden als Dämmstoff im Bauwesen und im Gartenbau Anwendung. Schon in der Jungsteinzeit benutzten die Menschen diese Platten als Baustoff. Man dämmt mit ihnen Gebäude. Konkret sind sie in der Außendämmung, der Innendämmung, der Dachdämmung und der Trittschalldämmung von Nutzen. Bei der Außendämmung ist es nicht erforderlich, die Platten zu verkleben, sondern sie müssen lediglich verdübelt werden. Im Falle der Dachdämmung dienen die Platten als Zwischensparren-, Aufsparren- und Untersparrendämmung. Die Trittschalldämmung wird in Böden und Decken verwendet. Die raue Oberfläche der Schilfrohr-Platten macht sie auch als Putzträger geeignet. Beliebt sind sie hauptsächlich beim Bau von Häusern unter ökologischen Aspekten. Man setzt sie im Innenbereich gemeinsam mit Lehm- und Kalkputz sowie Wandheizungen ein.

Sehr günstig ist, dass für die Herstellung der Schilfrohr-Platten äußerst wenig Energie benötigt wird. Aus diesem Grund, und auch wegen der chemikalienfreien Verarbeitung sind sie sehr umweltfreundlich. Auch entsorgen lassen sich die Platten schonend. Der Nachteil ist, dass die Mehrzahl der übrigen Naturdämmstoffe eine höhere Wärmespeicherkapazität aufweisen als Schilfrohr-Platten.