Pressglas

Pressglas, das auf industrielle Weise produziert wird, existiert seit Beginn des 19. Jahrhunderts. In der Umgebung der amerikanischen Stadt Boston wurden ab 1825 die ersten Fabriken errichtet. Bekannt ist hauptsächlich die Sandwich Glass Company von Deming Jarves. Lange vor seiner Zeit gab es schon jedoch schon im Altertum traditionell hergestelltes Pressglas. Neu im 19. Jahrhundert waren die vielfältigen Möglichkeiten, die die industrielle Produktion bot. So ließ sich Pressglas nicht nur simpler und schneller herstellen, sondern auch mehrere Gläser mit identischer Form konnten gefertigt werden. Eine wichtige Innovation der mechanisierten Produktion war der sogenannte Luftkolben. Ebenfalls von großer Bedeutung war die Handhebelpresse. Es wurden bald Metallformen zur Herstellung der Gläser benutzt. Diese Pressformen waren mit einem Muster versehen. Wenn man die Pressluft dann einblies, entstand eine glatte Oberfläche, die sich den äußeren Formen der Gläser anpasst. Die Oberfläche von Pressglas ist sichtbar stumpfer als die von Glas, das geschliffen wurde. Zudem sind die Konturen weicher. Man versuchte zu Beginn, diese Makel mit Hilfe von Punktmustern zu vertuschen, die Lichtbrechungen entstehen ließen. Schon 1840 wurde ein neues Verfahren, die Feuerpolitur, entwickelt, die dem Abhilfe schaffte.

Es wurden und werden diverse Gegenstände aus Pressglas gefertigt, unter anderem Gläser, Biergläser, Glasschüsseln, Teller und Dosen. In Form von Glasdachziegeln kommt Pressglas auch im Bauwesen zum Einsatz. Die bildende Kunst, allen voran der nach dem 1. Weltkrieg entstandene Kunststil Art Déco, bediente sich des Materials zur Anfertigung simplistischer Dekorationen. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden zudem Vasen und weitere Dekorationsobjekte aus Pressglas hergestellt.