Naturasphalt

Bei Naturasphalt handelt es sich um ein vergleichsweise hartes Bitumen, das in natürlichen Lagerstatten vorkommt. Man bezeichnet Naturasphalt ebenfalls als Bergteer oder als Erdpech. Oft ist es mit feinen Mineralstoffanteilen vermischt. Bei einer Temperatur von 25°C ist es nahezu fest, bei 175°C wird es zu einer viskosen Flüssigkeiten. Natürlicher Asphalt bildet sich aus Erdöl und Ölsanden, wenn Sauerstoff oxidiert und zur selben Zeit die leichtflüchtigen Bestandteile verdunsten. Man differenziert zwischen Asphaltit und Asphaltgestein. In Asphaltit ist der Mineralstoffanteil niedrig, in Asphaltgestein dagegen hoch.

Dass Bitumen als Asphaltgestein und Asphalt in der Natur zu finden ist, wussten die Menschen schon vor über 5000 Jahren in Mesopotamien. Zu dieser Zeit nahm Naturasphalt immer mehr die Rolle des Lehmmörtels beim Mauerbau ein. In Indien sowie im Nahen Osten wurde Naturasphalt später auch zu Zwecken der Abdichtung und zum Bau von Straßen benutzt. Die Europäer setzten Bitumen im Mittelalter zu medizinischen Zwecken ein.

Eines der bekanntesten Vorkommen von Naturasphalt befindet sich in Trinidad. Diesen sogenannten Trinidad-Naturasphalt baut man an einem Asphaltsee auf der Insel Trinidad namens Pitch Lake ab. Er besteht zu je gleichen Teilen aus Wasser, Bitumen sowie Mineralstoffen. Man setzt ihn vor allem im Straßenbau ein, wo er die Benetzung der Straßen und Wege verbessert und diese alterungsbeständiger, verformungsresistenter und haftfester macht.

Weitere Vorkommen natürlichen Asphalts finden sich in Argentinien, Venezuela, auf Kuba, in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Colorado, in Albanien, Ägypten sowie am Toten Meer. Die Schweiz und Deutschland verfügen ebenfalls über Lagerstätten von Naturasphalt. In Deutschland liegt diese in Niedersachsen.