Muskelhypothek

Muskelhypothek – Eigenleistung am Bau

Im Namen steckt schon der Sinn dieser Finanzierungsform für den Neubau eines Hauses. Der Bauherr legt selbst Hand an und spart so einen Großteil der Handwerkerlöhne. Diese Art der Finanzierung ist sehr beliebt, doch keineswegs zu unterschätzen. Darlehen für das Bauvorhaben haben mit diesem Modell gute Chancen, wenn zudem noch ein gewisser Betrag an Eigenkapital zur Verfügung steht.

Doch jeder Bauherr sollte wissen, dass er sich nicht überschätzen darf. Denn spätere Baumängel, die durch Unkenntnis, Zeitmangel oder falsche Ausführung entstanden sind, bleiben an ihm hängen und können hohe Folgekosten mit sich bringen. Außerdem ist zu beachten, dass es nach den beruflichen Verpflichtungen weiter an den Bau geht, Feierabend und Urlaub fallen also für eine lange Zeit erst einmal aus. Das kann an der Gesundheit zehren und auch für Beziehungen und Familie eine große, psychische Belastung werden. Zeit ist ein Faktor, der bei der Muskelhypothek gerne unterschätzt wird. Viele wollen schnell fertig werden, setzen Freunde und Familie mit ein, aber je größer der Zeitdruck, umso schlechter die Leistung. Körperliche Fitness und Gesundheit sind die Voraussetzungen für Rohbau- und Erdarbeiten. Wer sich hier zuviel zumutet, darf eventuell seinen Traum vom Haus im Krankenhaus weiterträumen.

Der Umfang der Eigenleistungen muss im Vorfeld absolut klar sein. Eine Kalkulation mit Materialien und realistischen Arbeitsstunden ist unverzichtbar, denn nur so sieht der Bauherr, ob sich eine Muskelhypothek letztendlich lohnt. Arbeiten an der Elektrik, Wasser- und Heizungsinstallationen sollten den Fachleuten vorbehalten bleiben, es sei denn, man ist selbst in einem dieser Berufe tätig.

Das Risiko der eigenen Verletzung und der Verletzung von Bauhelfern sollte durch eine entsprechende Versicherung abgedeckt sein. Schäden durch Vandalismus oder durch Witterung sind ebenfalls abzusichern.