Muschelkalk

Mit Muschelkalk bezeichnet man die mittlere Gruppe der drei Gesteinseinheiten der Germanischen Trias, einer geologischen Supergruppe der mittleren Erdgeschichte. Benannt wurde das Material nach Georg Christian Füchsel. Es gibt den Begriff seit Ende des 18. Jahrhunderts. In Deutschland ist die Untergrenze des Muschelkalks heutzutage die Unterkante des Grenzgelbkalkes, die Obergrenze ist das Muschelkalk-Keuper-Grenzbonebed in Süddeutschland.

Wo und wann ist Muschelkalk entstanden?

Entstanden ist Muschelkalk in Mitteleuropa in einem flachen Meeresbecken. Dort lagerten sich Fossilien ab, die sich im Laufe der Zeit verfestigten und aus denen sich schließlich Muschelkalk bildete. Jedoch besteht Muschelkalk entgegen seines Namens nicht ausschließlich aus Muscheln, sondern auch aus Armfüßern. Die Sedimente, die im Muschelkalk enthalten sind, haben sich vor rund 243 bis 235 Millionen Jahren abgelagert.

Man unterteilt Muschelkalk in Oberen, Mittleren und Unteren Muschelkalk. Oberer Muschelkalk zeichnet sich durch Mergel, Kalke und Dolomite aus, während Mittlerer Muschelkalk hauptsächlich aus Evaporiten, also Anhydrit, Gips und Steinsalz besteht. Unterer Muschelkalk ist vorwiegend aus Kalken sowie aus Ton- und Kalkmergel zusammengesetzt.

Einsatzgebiete

Früher war Muschelkalk sehr gefragt, vor allem jene Vorkommen, die Zink-, Silber- oder Bleieerze enthalten. Man nutzte sie zur Produktion von Waffen und Prägung von Münzen. Entsprechende Funde reichen bis ins 1. nachchristliche Jahrhundert zurück. Auch heute noch baut man Muschelkalk ab. Er wird unter anderem verwendet, um aus ihm Zement herzustellen sowie als Gleisschotter und im Straßenbau. In Niedersachsen befindet sich der aus Muschelkalk bestehende Höhenzug Elm. Dort baut man den sogenannten Elmkalkstein, einen hochwertigen Baustoff, ab. Weiterhin findet man Muschelkalk in Deutschland in Franken und Baden, und Württemberg, speziell in den dortigen Weinbaugebieten.