Multiplex-Platte

Multiplex-Platten nennt man Furnier-Sperrholzplatten, die aus 5 oder mehr Furnierlagen (fachsprachlich Mittellagen) in gleicher Stärke bestehen. In der Regel sind diese Lagen aus Ahorn-, Birke-, Buchen- oder Fichtenholz und zwischen 0,8 und 2,5 mm dick. Wie viele Mittellagen eine Platte enthält, hängt von der Gesamtdicke sowie dem optischen Eindruck ab, der erzielt werden soll. Multiplex-Platten aus Buchenholz haben zum Beispiel eine Dichte von 0,76kg/dm3. Auch die sichtbaren Oberflächen sind sehr unterschiedlich. Man kann Multiplex-Platten beispielsweise mit Metall oder Holz verkleiden oder mit Klar- oder farbigem Lack anstreichen.

Verpresst werden die Platten mit wasserfestem Leim, also Resorcin-, Phenol-, Phenol-Resorcin- oder Melaminharz, oder Klebstoff. Man versperrt sie gegeneinander, sprich, man wendet die sogenannte Querverleimung an, eine Technik der Verleimung, bei welcher man die enthaltenen Lagen mit ihrer Maserung um einen 90°-Winkel versetzt miteinander verleimt. Weitere Winkel kommen auch in Frage. Indem man die Maserung derart ausrichtet, werden die Platten formstabiler, denn für gewöhnlich kommt es im Holz quer zur Maserung zum Quellen (Ausdehnen) und Schwinden (Zusammenziehen), während die Lagen längs der Maserung eine hohe Zugstabilität aufweisen. So lassen sich die Änderungen der Größe einer Lage mit Hilfe der übrigen Lagen recht gut unterbinden und die Ab- und Zunahme der Feuchtigkeit im Naturwerkstoff Holz lässt sich regulieren.

Man setzt Multiplex-Platten für Zwecken ein, bei denen besonders formstabile und robuste Platten gefragt sind, beispielsweise bei Treppenstufen, tragenden Konstruktionen, Beton- und Dachschalungen, Innen- sowie Außenverkleidungen, die starken Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, Werkbänken, Arbeitsplatten, Verbindungsteilen im Holzrahmen und Holzbau mit hoher Belastbarkeit, Theken, Aquarienunterschränken, Flightcases, im Bühnenbau und für Lautsprechergehäuse.