Maklerin

Für die Ausübung einer Tätigkeit als Maklerin gibt es in Deutschland keine speziellen Voraussetzungen. Im Grunde kann jede Frau, die sich dazu in der Lage fühlt, ohne Nachweis einer bestimmten Qualifikation Häuser, Wohnungen und Gewerbeobjekte empfehlen und vermitteln. Natürlich kann dies beim Kunden auch gewisse Berührungsängste hervorrufen. In der Öffentlichkeit ist der Beruf einer Maklerin noch immer ein Beruf, der offenbar viel Geld mit wenig Einsatz erwirtschaftet. In der Praxis sieht dies jedoch ganz anders aus. Denn viele, die ihre Dienste in Tageszeitungen anbieten, sind nach einigen Wochen vom Immobilienmarkt wieder verschwunden. Der Grund dafür liegt auf der Hand, die Märkte werden immer spezifischer. Qualifiziertes Fachwissen rund um das Thema Immobilien, ein hohes Maß an Kompetenz und kommunikativen Fähigkeiten sind wichtige Voraussetzungen für die Ausübung dieser Tätigkeit. Nicht zuletzt zählen auch Verkaufstalent und hoher persönlicher Einsatz dazu. Eine seriöse Maklerin ist keine reine Vermittlerin, sondern dank ihres erworbenen Spezialwissens auch Immobilienberaterin. Zwar gibt es keinen festgelegten Ausbildungsweg für die Tätigkeit. Über die notwendige Fach- und Sachkunde sollte eine Maklerin jedoch verfügen.

In der Praxis gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, als Maklerin Geld zu verdienen. Unterschieden werden jeweils „Nachweismakler“ und „Vermittlungsmakler“. Eine Nachweismaklerin ist dazu befähigt, zum Abschluss eines möglichen Vertrages nachzuweisen. Dieser Nachweis ist erbracht, wenn die Maklerin dem Auftragnehmer ausreichende Kenntnisse übermittel hat, mit denen dieser die Verhandlungen mit einem Berechtigten in Hinblick auf einen Vertragsabschluss selbständig durchführen kann. Die Preisverhandlungen führen die Vertragsparteien. Die Aufgabe der Maklerin liegt hier eindeutig in der Wissensübermittlung, so dass der Kunde in der Lage ist, in konkrete Verhandlungen zu treten. So werden beispielsweise Interessent und Eigentümer zusammengeführt. Entsteht hieraus ein Vertrag, wurde der Nachweis erbracht und die Maklerin hat ihre Aufgabe erfolgreich ausgeführt.

Eine Vermittlungsmaklerin fördert zusätzlich den Abschluss des Vertrages. Sie vermittelt zwischen den Interessen der beiden Parteien, stellt Nachforschungen an und beschafft notwendige Unterlagen. Wichtig ist, dass die Maklerin ihre Position als neutrale Vermittlerin beibehält. Selbstverständlich dürfen die Entscheidungsmöglichkeiten der Parteien entsprechend gefördert werden. Die Neutralität darf dadurch jedoch nicht gefährdet werden.

Allgemeine Makleraufträge, auch Normalaufträge genannt, sind immer gleich. Die Maklerin hat die Aufgabe, ein zum Verkauf oder zur Vermietung stehendes Objekt einem Kunden nachzuweisen oder zu vermitteln. Zusätzlich kann der Auftraggeber selbst aktiv werden. Auch weitere Makler können hinzugezogen werden. Daneben gibt es die einfachen Alleinaufträge. Hier darf der Auftraggeber keine weiteren Makler einschalten. Die beauftragte Maklerin bemüht sich um günstige Vertragsbedingungen. Der Auftraggeber selbst kann ebenfalls aktiv werden. Bei den sogenannten qualifizierten Alleinaufträgen darf der Auftraggeber selbst nicht mitwirken. Hier untersagen die Verweisungsklauseln jedwede Eigeninitiative. Eine andere Möglichkeit ist die Hinzuziehung des Maklers zu Verhandlungen mit einem Interessenten, auf der Basis von Hinzuziehungsklauseln.