Kalk-Stein

Kalkstein ist ein natürlich vorkommendes Gestein.

Die Struktur ist ein dichtes bis grobkörniges Gestein mit einem Anteil von mindestens 80 % Calcit, auch bekannt unter Kalkspat. Dieses Gestein entsteht entweder aus feinkristallinem Kalkschlamm, aus Kalkschalen, die zusammengeschwemmt wurden, oder aus karbonatrischen Organismenresten. Dabei werden die Kalksteine, die aus Schalen oder Schalen-trümmern bestehen, Lumachelle oder Schillkalk genannt. Wenn karbonatreiches Quellwasser auftritt, entsteht aus dem Calcit Travertin. Dabei ist Travertin eine besondere Variante des Kalksteins, der sich durch eine sehr poröse Struktur auszeichnet. Wenn dieser Kalkstein sehr dicht ist, wird er auch als “Onyx” bezeichnet.

Die Vorkommen

Da Kalkstein, wie erwähnt, natürlich vorkommt, gibt es weltweit viele Vorkommen. In Deutschland findet man den Kalkstein vor allem auf der Fränkischen Alb, der Schwäbischen Alb, dem Harz, dem Rheinischen Schiefergebirge, dem Weserbergland, der Westfälischen Bucht und dem Thüringer Schiefergebirge. Dabei haben die Sorten je nach Herkunft bestimmte Namen. So kommt der Jura-Marmor aus Oberbayern, der Muschelkalkstein aus Unterfranken, der Lahnmarmor aus Villmar, der Tudorfer Kalkstein aus Westfalen und der Aachener Blaustein aus dem Rheinland. Typische Fundstätten im Ausland finden sich in Frankreich, Belgien, Indien, Italien, Schweden, Spanien und Tunesien.

Die Verwendung

Der Kalkstein hat je nach Vorkommen vielfältige Eigenschaften und somit auch vielfältige Anwendungsbereiche. So wird der dichte Kalkstein als relativ leicht zu bearbeitender Naturwerkstein verwendet. Speziell in der Baustoffindustrie ist der Kalkstein ein eminent wichtiger Rohstoff. Damit er nutzbar wird, muss er zunächst in einem Kalkwerk aufbereitet und in Branntkalk verwandelt werden. Eine andere Möglichkeit ist es, ihn zu mahlen, mit tonigen Materialien zu vermischen und dann zu Zement zu brennen. Typisch ist auch der Einsatz bei der Rauchgasentschwefelung, wo der Kalkstein als Karbonat dient. In der Landwirtschaft findet der fein gemahlene Kalkstein seine Anwendung, um dem Versauern der Böden und Gewässer entgegenzuwirken.

Durch Zugaben von Kalkstein kann die Struktur des Bodens deutlich verbessert und aufgelockert werden. Als Düngemittel sorgt der Kalkstein für eine Ergänzung der Nährstoffe. Zudem wird der Kalk auch bei Futtermitteln und als Desinfektionsmittel in Ställen eingesetzt. Wenn er mit Kalzium verbunden ist, wird er in der Glasindustrie als Zuschlag verwendet. In der chemischen Industrie ist der sehr reine Kalkstein, auch Weißkalk genannt, ein Rohstoff, der auch zu Terrazzo weiterverarbeitet wird. Ganz bedeutend ist die Anwendung im Baubereich, wo der Kalkstein als Bodenbelag, Wandbekleidung, Mauer- und Pflasterstein zum Einsatz kommt. Auch im Bereich des Umweltschutzes kommt der Kalk bei der Aufbereitung von Trink- und Brauchwasser und der Abwasserbehandlung zum Einsatz.