Handwerker

Der Begriff Handwerker verkörpert einmal einen Beruf und zum anderen eine gewerbliche Tätigkeit. Handwerker fertigen Produkte auf Bestellung oder erbringen auch eine Dienstleistung auf Nachfrage. Der Beruf des Handwerkers ist schon sehr alt, wobei es im frühen Mittelalter nur sehr wenige handwerkliche Berufe gab. Überwiegend waren es Steinmetze, Maurer und Schmiede sowie Müller, die ihre Arbeit für andere verrichteten. Für diese Tätigkeiten war eine umfangreiche Ausrüstung erforderlich, weshalb diese Handwerker sehr gefragt waren.

Alle anderen handwerklichen Arbeiten erledigten die Bauern meist selbst. In den reicheren Familien gab es für handwerkliche Dinge Angestellte. Überwiegend waren es die Mönche, die sich im Bereich des Kunsthandwerks und der Glasherstellung spezialisierten und wahre Kunstwerke schufen. Erst im Zuge der Bildung von Städten erfolgte eine Spezifikation.

Entwicklung bis Heute

So entwickelten sich im Laufe der Zeit immer mehr Werkstätten in den unterschiedlichsten Handwerksberufen. Teilweise wurden auch Werkstücke ohne Auftrag erstellt, die dann in Läden oder auf Märkten verkauft wurden. Aufgrund der ständig wachsenden Anzahl an Handwerksberufen, schlossen sich die städtischen Handwerker zu Zünften zusammen. Dies ging sogar soweit, dass die Handwerker, die keiner Zunft angehörten, polizeilich verfolgt wurden.

Im 18. Jahrhundert entwickelte sich die Gewerbefreiheit, sodass sich jeder frei für ein Handwerk entscheiden konnte. Daraufhin schlossen sich die Gesellen zu Bünden zusammen. Sehr bekannt sind die wandernden Handwerker, vor allem Zimmerleute sind früher wie heute unterwegs. Das Handwerk ist durch die Handwerksordnung gesetzlich geregelt und seit 1953 gibt es bundesweit die Meisterpflicht. Damit kann man einen Handwerksbetrieb nur selbständig führen, wenn ein Meisterbrief vorliegt.

Meisterbrief nicht für alle nötig

Heute gibt es einige handwerksähnliche Berufe. Hierfür ist kein Meisterbrief erforderlich. Jeder, der einen Handwerksbetrieb eröffnen möchte, muss ein Mitglied in der Handwerkskammer und Berufsgenossenschaft sein, die jeweils für den Handwerksberuf zuständig ist. Zudem sind heute viele Handwerksbetriebe in einer freiwilligen Innung organisiert. Tip für die Wohnung.

Auf regionaler Ebene sind dies Kreishandwerkinnungen sowie Landesfach- und Landesinnungsverbände. Auf der Bundesebene gibt es die Zentralfachverbände. Das Handwerk unterliegt einem stetigen Wandel und so ergeben sich immer neue Berufe und immer mehr Spezifikationen. Zudem sind die Anforderungen an einen Handwerker sehr gestiegen. So müssen sie nicht nur mit ihren Händen geschickt umgehen können, sondern auch Köpfchen haben. Obwohl Computer in vielen Berufen die Arbeit erleichtern, sind die Grundvoraussetzungen für einen Handwerksberuf sehr hoch.

So gehört ein einwandfreies mathematisches Verständnis ebenso dazu, wie eine ausgeprägte Kreativität und der Blick für Harmonie. Ist man heute auf der Suche nach einem Handwerker, kann man ihn über das Internet oder aber auch über ein Branchenbuch finden. Aufgrund der handwerksähnlichen Berufe sollte man aber die Angebote der Handwerker genau miteinander vergleichen, denn ein Meisterbetrieb ist meist wesentlich teurer.

Allerdings muss man bei der Suche auch wissen, dass bestimmte handwerkliche Arbeiten nur von einem Meisterbetrieb erfolgen dürfen, wie beispielsweise die Elektroinstallationen oder auch Heizungs- und Sanitärinstallationen.