Filz

Filz ist die Bezeichnung für ein textiles Flächengebilde, welches aus einem Fasergut besteht, das nicht geordnet ist und sich daher nur schwer trennen lässt. Textilien, die aus Filz sind, sind also nicht gewebt. Will man Filz aus Pflanzenfasern (selten) oder Chemiefasern (Regelfall) herstellen, wendet man ein Verfahren namens trockene Vernadelung an. Es entsteht also Nadelfilz. Oder man kann die Fasern unter Einwirkung von hohem Druck von Wasserstrahlen, die aus einem Düsenbalken austreten, verfestigen. Filz kann auch aus Wolle hergestellt werden. In diesem Fall handelt es sich um Press- oder Walkfilz. Die Wollfasern halten zusammen, nachdem sie mechanisch bearbeitet wurden. Filz zeichnet sich durch eine schall- und kältehemmende Wirkung aus. Es ist außerdem feuchtigkeitsabweisend, wärmend, kann nicht brennen und ist temperaturbeständig.

Filz wurde Funden von Archäologen zufolge bereits in der Jungsteinzeit verwendet.

Heute wird es unter anderem zur Herstellung von Kleidungsstücken, beispielsweise Trachten, Stiefeln, Pantoffeln oder Hüten benutzt. Aber auch im Bereich der Technik findet das Material breite Anwendung. So stellt man unter anderem die Abstreifer beim Kaltwalzen von Aluminium und Stahl aus Filz her, ebenso wie Öler, Dichtungen und Filtermedien, die zur Gasfiltration eingesetzt werden. Auch in Musikinstrumenten und in zeitgenössischen Kunstwerken ist Filz enthalten. Bei der Produktion von Papier kommen Trockenfilze zur Anwendung. Im Wohnbereich ist Filz vor allem für die Dekoration beliebt, vorrangig in Form von Textilien wie Teppichen, Sitzkissen, Tischläufern und Vorhängen. Eine weitere wichtige Bedeutung kommt Filz bei der Geräuschdämmung zu. Es wird zudem als Stuhlbeingleiter und Gleitschicht benutzt. Aus Polypropylen- und Naturfasern bestehendes Nadelfilz wird für Formpressverfahren eingesetzt.