Fertighaus

Nach den Richtlinien darf ein Gebäude nur dann die Bezeichnung Fertighaus tragen, wenn die fertigen Teile der Wände im Innen- oder Außenbereich geschosshoch oder raumbreit sind. Auch muss das Fertighaus mit der Fläche, auf der es aufgestellt wird, verbunden werden.

Beim Fertighaus hat sich in den vergangenen Jahren ein regelrechter Imagewandel vollzogen. Damals galten sie noch als „Discount-Variante“. Doch als solche werden sie längst nicht mehr betitelt. Die Bauunternehmen haben ihre Angebote verbessert und angepasst. Energiesparen steht auch bei den Fertighäusern ganz weit oben. Ein Fertighaus ist heute kein Fließbandprodukt mehr. Gipskartonwände und eine schlechte Verarbeitung der Wände gehören der Vergangenheit an. Die Kunden setzen auf Individualität. Die Erbauer von Fertighäusern haben dies erkannt und kämpfen seitdem gegen das einstige schlechte Image an.

Der Weg dorthin war recht steinig. Die staatliche Eigenheimzulage wurde zunächst gestrichen. Dann kamen die Erhöhung der Mehrwertsteuer und die Wirtschaftskrise. Etwa in der Mitte der 80er Jahre kam für das Fertighaus aber die große Wende. Ein besonderer Helfer war hierbei der Computer. So wird ein modernes Fertighaus einfach im PC „vorgebaut“. Alle notwendigen Daten werden eingegeben und schon kann eine gezielte Produktion starten. Zum damaligen Zeitpunkt war das der Durchbruch für die Fertighaus-Branche. Mittlerweile brummt die Konjunktur und die Bauzinsen sind nach wie vor bezahlbar. Der Grund: Die Unternehmen der Fertigbau-Branche haben gut zu tun. Ein weiterer Umstand ist der Euro. Viele Menschen bangen um ihr Geld und legen es deshalb in Immobilien an.

Zuletzt spielt die Energieeffizienz eine entscheidende Rolle für den heutigen Erfolg der Fertighäuser. Bei stetig steigenden Energiepreisen legen die Kunden großen Wert auf diesen Punkt. Die Bauunternehmen verwenden hochwertige Holzprodukte, um den höchstmöglichen energetischen Vorteil zu erlangen. Auch zählt das Motto: „Gut gedämmt ist halb gespart!“, und das zum Teil ohne konventionelle Heizung. Ein Fertighaus kann sowohl mit einer üblichen Zentralheizung ausgestattet sein als auch über das Prinzip der Frischluftzufuhr verfügen. Diese Häuser werden so konstruiert, dass die verbrauchte Luft von innen abgesaugt und frische Luft von außen angesaugt wird. Man spricht hier von der „Luftheizung“, die bei einem gut gedämmten Haus eine gewöhnliche Heizung ganz ersetzen kann.

Individualität hat natürlich ihren Preis. Ein heutiges Fertighaus ist circa ab 15.000,- Euro zu haben. Nach oben gibt es keine Grenze. Fertighäuser können beispielsweise mit oder ohne Keller gebaut werden. Sie können über Balkons verfügen oder über die beschriebene Freiluftheizung. Eine entsprechende Dämmung ist ebenfalls von Bedeutung. Wer ein Fertighaus kaufen möchte, sollte sich also darüber im Klaren sein, was er ausgeben kann und möchte und über welche Ausstattung das künftige Haus verfügen soll.