Fachwerkhaus

Fachwerkhäuser werden seit Jahrhunderten erbaut und erfreuen sich auch heute noch größter Beliebtheit. Ein Fachwerkhaus besteht aus einem Skelett oder tragendem Gerüst aus Holz, dessen Zwischenräume entweder durch eine Holz-Lehm-Muschel oder Ziegelsteine gefüllt werden, wodurch natürlich auch eine besonders Optik entsteht, die viele Liebhaber weltweit hat.

Bereits seit dem 12. Jahrhundert werden Häuser in Fachwerkhausbauweise erbaut und waren nicht nur in Deutschland eine weit verbreitet Bauweise. Auch in Frankreich, England und Skandinavien findet man Fachwerkhäuser, die hauptsächlich zwischen dem 12. und 19. Jahrhundert hergestellt wurden. Bis weit ins 19. Jahrhundert war die Fachwerkbauweise die bevorzugte und übliche Bauweise in Nordeuropa, die besonders in ländlichen Gegenden erst nach und nach durch andere Bauweisen ersetzt wurde. Auch heute sieht man in vielen Gegenden weithin viele Fachwerkhäuser. So findet man zum Beispiel im Münsterland, in und um Braunschweig, Hildesheim und Hamburg viele Fachwerkhäuser, die malerische Blickpunkte in Form von Altstädten bilden. Deutschlandweit stößt man immer wieder auf Fachwerkhäuser, lediglich im südlichen Bayern gibt es eindeutig sehr wenige Häuser, die in dieser Art gebaut wurden. In Österreich hat sich der Fachwerkbau auch nicht verbreitet, denn ähnlich wie im südlichen Bayern kommt er hier kaum vor. Anders sieht im nördlichen Polen oder Tschechien aus, wo man eine Vielzahl von Fachwerkhäusern sieht. Deutsche Einwanderer erbauten ebenso in Süd- und Nordamerika viele Häuser, die in Fachwerkbauweise erstellt wurden.

Das tragende, und sichtbare Gerüst des Hauses besteht aus vertikalen und horizontalen gesetzten Pfosten und Schwellen, zwischen denen man schräg verlaufende Hölzer einsetzt, die etwa in einem Winkel von 45 Grad verlaufen. Diese Streben sind fast immer symmetrisch positioniert, da eine Anordnung nach oben und außen Seitenwinde besser auffängt. Bei einem Fachwerkhaus werden in der Regel keine herkömmlichen Nägel oder Schrauben verwendet, sondern die einzelnen Teile, die ja aus Holz bestehen, durch Holznägel oder durch das Prinzip des Holzzapfens miteinander verbunden. Da das Holzgerüst eines Fachwerkhauses vorbereitet und erst vor Ort zusammengebaut wird, werden die Holzbalken durch Abbundzeichen markiert, sodass der Zusammenbau schnell und problemlos ablaufen kann. Die Wahl der Holzart unterschiedet sich kaum, denn bevorzugt werden Eichenarten oder Tannenarten verwendet, da beide sehr gut der Witterung standhalten, Fäulnis widerstehen und so ein Fachwerkhaus langlebig ist.

Regional unterschiedlich genutzt wurden die verschiedenen Schmuckelemente, die zu einem Fachwerkhaus gehören. Dazu zählt man aufwendig geschnitzte Dachgiebel oder Zierfiguren, wie zum Beispiel eingearbeitete Schriftzüge oder das in vielen Regionen beliebte Andreaskreuz.

In vielen Regionen der ganzen Welt weiß man die traditionelle Bauweise, ihre dämmende und somit energiesparende Wirkung ebenso zu schätzen, wie die umweltfreundlichen Baumaterialien und den besonderen Charme eines Fachwerkhauses.