Blähton

Der Werk- und Baustoff Blähton lässt sich für unterschiedlichste Zwecke einsetzen. Für die Herstellung benötigt man als Rohstoff kalkarmen Ton, der fein verteilte organische Elemente enthält. Diesen Ton mahlt man, granuliert ihn und brennt ihn anschließend in einem Drehrohofen bei einer Temperatur von rund 1200 Grad Celsius. Bei diesem Vorgang kommt es zur Verbrennung der organischen Zuschlagsstoffe und zum Aufblähen des Materials zu kugelförmigen Körnern. Am Ende des Brennprozesses hat der Blähton ein vier- bis hin zu fünfmal so hohes Ausgangsvolumen wie vorher. Er besitzt eine gesinterte Oberfläche und einen geschlossenporigen Kern.

Schon 1917 wurde erstmals versucht, Blähton herzustellen, zuerst in Birmingham in den USA. Erfunden wurde das Material von S.J. Hayde, darum nennen die Amerikaner es Haydite. Das Entwicklungsverfahren wurde von Dänemark übernommen und überarbeitet, schließlich wurde Blähton nach und nach auch in den Niederlanden, in Großbritannien, Schweden, Russland und Deutschland hergestellt.

Da die Körner in Blähton eine fast perfekte Kugelform haben, lässt sich das Material als Zuschlagsstoff für Beton und Mörtel benutzen. Man verwendet Blähton aus diesem Grund zum Beispiel bei der Produktion von haufwerksporigem und gefügedichtem Leichtbeton. Wenn die Körnung weniger als 4 mm beträgt, kommt der Blähton in Estrich-, Putz-, und Mauermörtel zum Einsatz. Auch als raumstabile und wärmedämmende Schüttung ist Blähton nützlich. Darüber hinaus wird er im Garten- und Landschaftsbau zur Bodenverbesserung, Dachbegrünung und im Rahmen der Hydrokultur verwendet. Die Floristik benutzt Blähton für Zimmerpflanzen als Substratersatz, im Handel erhältlich unter dem Namen Lecaton. Außerdem wird Blähton häufig für die Bodenversickerung und als salzfreies Winterstreugranulat benutzt, ebenso als Trägersubstrat für schadstoffabbauende Bakterien in der Boden- und Wassersanierung, als Filterkörper für Pflanzenkläranlagen und in der Wasserreinigung und eine Reihe weitere Zwecke.