Blähschiefer

Man stellt Blähschiefer aus dem in der Natur vorkommenden Rohstoff Schiefer her. Dabei bedient man sich eines thermischen Vorgangs. Das für die Herstellung von Blähschiefer benötigte Ausgangsmaterial wird im Tagebau gewonnen, beispielsweise durch Großsprengungen. Um den Schiefer aufzubereiten, bricht man ihn im Backenbrecher oder zerkleinert ihn fein, um ihn anschließend vor dem Brand zu klassieren. Dann läuft das Rohmaterial über eine Förderstrecke in den Drehrohofen, wo es bei einer Temperatur von 1180 Grad Celsius bläht. Dabei kommt es zum Erweichen des Rohgesteins und zur Abspaltung des chemisch gebundenen Wassers vom Ton. So entstehen zahlreiche Poren und auf der Oberfläche der Körner bildet sich eine rote Sinterhaut. Im nächsten Schritt lässt man das Material abkühlen und bricht es dann.

Alle wichtigen Eigenschaften dieses mineralischen Leichtzuschlags werden in der DIN EN 13055 geregelt. Kennzeichnend für Blähschiefer ist die kantige, gedrungene Form seiner Körner. Abhängig davon, ob man den Blähschiefer nach dem Brennen bricht oder nicht, gibt es ihn mit offenporiger oder auch geschlossener Oberfläche. Sehr vorteilhaft ist die gute Umweltbilanz von Blähschiefer, die auch von der AUB, der Arbeitsgemeinschaft Umweltfreundliches Bauprodukt bekräftigt wird. Er enthält keine chemischen Zusätze und kann daher ohne Weiteres recycelt werden.

Erhältlich ist Blähschiefer in Großsäcken oder in loser Form in Silozügen oder
LKWs. Er wird zur Herstellung von konstruktivem Leichtbeton gemäß der DIN 4219, zur Herstellung von haufsporigem Leichtbeton gemäß der DIN 4232 verwendet, sowie außerdem für Leichtmauermörtel, Leichtestrich, Schallschutzelemente und Schüttungen. Weitere Einsatzzwecke sind als Dachbegrünung, als Winterstreukorn und als Filtermaterial.