Betondachstein

Unter Betondachstein versteht man eine Dachdeckung, die unter Verwendung von Zement als Bindemittel produziert wird. Seit etwa 4 Jahrzehnten stellt man sie industriell her. Dabei mischt man Zement, Wasser und quarzhaltigen Sand. Die Mehrzahl der Dachsteine, die aus Beton bestehen, erhalten zusätzlich als Veredelung eine Acrylatbeschichtung auf Wasserbasis. Außerdem bettet man in die Farbe mineralische Füllstoffe und Eisenoxydpigmente ein, um Steine in unterschiedlichen Farbtönen zu erhalten. Im nächsten Schritt erfolgt die Spezialtrockung der Betondachsteine. Diese wird bei 60 Grad Celsius durchgeführt und dauert zwischen 6 und 8 Stunden. Zuletzt lagert man die Steine noch im Freien, damit sie ihre endgültige Härte erreichen können. Von Vorteil ist, dass bei der Fertigung von Betondachsteinen viel weniger Energie erforderlich ist als bei der Herstellung von Tondachziegeln.

Erfunden wurde der Betondachstein von Adolph Kroner am Ende des 19. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt wurden Dachsteine noch manuell gefertigt, vor etwa 80 Jahren begann die automatisierte Produktion in Großbritannien, vor rund 60 Jahren auch in Deutschland. Eine der bekanntesten Arten von Dachbetonsteinen ist die sogenannte Frankfurter Pfanne. Man unterscheidet Betondachsteine in falzlose, glatte Ausführungen und gefalzte Ausführungen sowie Dachschindelform und Dachziegelformen. Die Rohdichte von Dachbetonsteinen liegt bei rund 2300 Kilogramm pro Kubikmeter.

Es existiert eine Vielzahl an Spezialformsteinen. So werden Dachbetonsteine unter anderem als Gratsteine, Ortgangsteine, Firststeine und Lüftersteine eingesetzt. Als Dachformteile werden Belichtungselemente und Durchgangselemente mit Antennen- und Dunstrohraufsatz aus Dachbetonsteinen gefertigt. Zudem lässt sich verschiedenstes Zubehör aus Dachbetonsteinen herstellen, beispielsweise Firstendscheiben, Kunststoff-Rippenkappen für trocken verlegte Grate und Firste, Trockenfirstständer, Sturmklammern, Traufgitter, Schaumstoffprofile, Trittstufen und Standroste.