Ein Sachverständiger und seine Einsatzgebiete

2. März 2021 0 Von holger renn

Immer wieder kann es in vielen Bereichen des täglichen Lebens zu Problemen kommen, die es erfordern, dass ein Gutachter hinzugezogen wird. Ein Sachverständiger ist eine Person, die auf dem geforderten Gebiet besondere Fachkenntnisse besitzt, neutral und unabhängig begutachtet und auch eine schriftliche Zusammenfassung der Feststellungen anfertigen kann. Sachverständige arbeiten für Banken, Versicherungen, Wirtschaftsunternehmen, im medizinischen und sozialen Bereich, in der Kfz-Branche, usw. Die Auflistung ist praktisch unerschöpflich, denn überall, wo ein neutrales Gutachten zur Entscheidungsfindung benötigt wird, kommen Sachverständige oder Gutachter zum Einsatz.

Bekannte Beispiele, in denen ein Sachverständiger zu Rate gezogen wird, sind Immobilien oder Kfz. Wenn es darum geht, den Wert eines Hauses, frei von persönlichen Einflüssen zu bestimmen, Baumängel festzustellen oder aber eine fundierte Abnahme vorzunehmen, wird ein Sachverständiger hinzugezogen. Die Versteigerung von Immobilien ist oft ein Anlass, zu dem Banken oder aber die Eigentümer einen Sachverständigen mit der Begutachtung beauftragen. Gerade dann, wenn die Parteien unterschiedliche Wertauffassungen haben. Zur Schadensfeststellung bei Fahrzeugen ist ein Sachverständiger für Versicherungsunternehmen oft im Einsatz. Er soll begutachten, ob die schriftlich aufgeführten Schäden auch tatsächlich mit dem realen Schaden übereinstimmen. Ein Sachverständiger kann, aufgrund seiner Kenntnisse, auch feststellen, ob Schäden genannt sind, die schon vor dem Unfall vorhanden waren.

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Ein Sachverständiger arbeitet entweder haupt- oder nebenberuflich, im Angestelltenverhältnis oder als freier Sachverständiger. Eine einheitliche Berufsausbildung oder das Berufsbild „Sachverständiger“ gibt es nicht. In den meisten Fällen wird jedoch ein Hochschulstudium auf dem Wissensgebiet benötigt, bei handwerklichen Berufen ist eine Meisterprüfung oft Voraussetzung. Durch ständige Weiterbildung und den Erwerb von Zusatzkenntnissen kann so z.B. ein Kfz-Meister zu einem Sachverständigen für die Beurteilung von Kfz-Schäden werden.

Der Begriff ist nicht geschützt, jeder kann sich so nennen. Es gibt allerdings Ausnahmen, bei denen Voraussetzungen zu erfüllen sind, wie z.B. öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige, gerichtlich ernannte Sachverständige, amtlich anerkannte Sachverständige. Gutachter und Sachverständiger unterscheiden sich in ihren Tätigkeiten nicht. Beide Begriffe sind gleichgesetzt. Jede Privatperson oder Unternehmung kann einen Sachverständigen in problematischen Angelegenheiten zu Rate ziehen. Die Industrie- und Handelskammern verfügen über ein Sachverständigen Verzeichnis, das online abzurufen ist, auch der Bundesverband ist eine Anlaufstelle, um einen geeigneten Sachverständigen zu finden. In vielen Fällen werden zur Bestimmung der Rechtslage Sachverständige von Gerichten und anderen Einrichtungen angefordert.

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