Do it yourself

9. März 2021 0 Von holger renn

Abgekürzt heißt es nur noch DIY – Selbermachen eben. Und das ist zurzeit wieder sehr angesagt. Alles Marke Eigenbau, der Verbraucher wird zum Designer und die Ideen sprießen, wie das grüne Gras auf der Sommerwiese. Es ist allerdings kein neuer Trend, sondern ein Revival, denn bereits in den 1950er Jahren boomte das Heimwerken an allen Ecken und Kanten, nur heute hat es sich ausgeweitet und daran ist das Internet nicht ganz unschuldig.

Wirtschaftskrise hin oder her – der Mensch will mehr Personality – und die bekommt er eben nicht von der Stange. Alles ist schon da gewesen, immer die gleichen Sachen, nur noch teurer. Shops mit selbst gebastelten, geschneiderten, gezimmerten, gemalten Dingen erobern das World Wide Web und der Absatz boomt. Fast jeder wird zum Nebenjob-Unternehmer, denn die Kasse kann so klingeln.

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Auch die Baumärkte verbuchen Umsatzrekorde. Ein Samstagnachmittag im Baumarkt gleicht der Schnäppchenjagd im Sommerschlussverkauf. Alle wollen selber machen, denn die Freude an der eigenen Kreation ist der Lohn für alle Mühen. Doch woher kommt soviel Enthusiasmus? Auch hier ist die Antwort ein marktwirtschaftlicher Faktor. Indem der Verbraucher die Möglichkeit hat, sich alles nach seinen Wünschen zu kombinieren, zu erstellen und zu gestalten, wird seine Fantasie angekurbelt und er will etwas, was andere nicht haben. Gibt es auf der anderen Seite Hersteller, die ihm durch ihre Produkte helfen, seinen Traum zu verwirklichen, dann kommen beide ins Geschäft.

Tapeten selbst designen, Möbelfolien gestalten, personalisierte Dekorationen, Baukastensysteme für die Wohnung, alles kann individuell angefertigt werden. Doch auch das ist nicht ganz neu, erinnern wir uns nur an die herrlich bequemen Würfel-Sofas und Sessel der 1970er Jahre, mit denen die Sitzlandschaft zum Experimentierfeld wurde.

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