Denkmalgeschützte Häuser

11. März 2021 0 Von holger renn

In Deutschland existieren sehr viele Gebäude, die historisch und/oder kulturell wichtig sind und deren Erhaltung von öffentlichem Interesse ist – außerdem verfügen sie über einen besonderen Charme, den ein Neubau in Normalfall nicht bieten kann, denn wer hat schon ein Haus mit Geschichte und Tradition als Eigenheim? Etwa 880.000 Gebäude dieser Art gibt es in Deutschland und diese variieren zwischen Kirchen, Villen, Industriegebäuden oder auch Schlössern sowie Bauernhäusern. Eine Gemeinsamkeit haben diese Gebäude – sie stehen alle unter Denkmalschutz und eine Nutzung ist nur unter Auflagen gewährleistet, aber gerade der Denkmalschutz macht sie zu begehrten Immobilien, die besonders in Städten gerne gekauft werden.

Solche Immobilien bieten natürlich einige Vorteile, denn fast immer liegen sie citynah und die sie umgebende Infrastruktur ist auch bereits vorhanden und sehr gut erreichbar. Im Gegensatz zu Neubauten sind die Grundrisse von Altbauten meist großzügiger und bieten zum Beispiel größere Räume wie eine Wohnküche oder hohe Decken. Wenn da nicht die Sanierungskosten wären, die auf den ersten Blick vielleicht abschrecken, dennoch sollte man nicht vergessen, dass man als Nutzer und Käufer diese Kosten häufig von der Steuer absetzen kann. Ein Beratungsgespräch mit dem Steuerberater, dem Finanzamt oder der Denkmalschutzbehörde bringt Aufklärung und senkt langfristig die Kosten immens.

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Man sollte sich das jeweilige Objekt einfach genau betrachten, einen Gutachter zurate ziehen und gegebenenfalls mit einem Architekten die notwendigen und möglichen Umbauten und Baugenehmigungen besprechen, denn in diesem Fall hat auch die Denkmalschutzbehörde ein Wörtchen mitzureden. Klingt nach viel Arbeit und Aufwand? Halb so schlimm, denn gerade Denkmalschutzbehörden sind gerne behilflich und beraten ebenso gerne bei der Suche nach entsprechenden Architekten und Handwerkern, die sich mit Altbauten auskennen und qualifiziert ihre Dienste anbieten. Schließlich freuen sich Denkmalschutzbehörden, wenn sich jemand bemüht, alte historisch oder kulturell wertvolle Bausubstanz nicht nur zu erhalten, sondern auch zu sanieren und zu pflegen, denn welche Zukunft haben diese Gebäude sonst? Ihnen droht der Verfall, da die Gemeinden oder Länder nicht über die notwendigen Mittel verfügen, um alle kulturell oder historisch relevanten Gebäude zu sanieren oder zu erhalten. Erfahrungen zeigen, dass sich die Zusammenarbeit mit einer Denkmalschutzbehörde fast immer viel unkomplizierter und positiver gestaltet, als im Vorfeld befürchtet wurde. Dies gilt für städtische Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, denn schwieriger ist es manchmal schon in ländlichen Regionen, wo viele Gebäude leer stehen und gerade hier besonders günstig zu haben sind. Zwar hat man hier nicht den Supermarkt um die Ecke, aber ausreichend Platz und Ruhe, um lang gehegte Wünsche und Träume umzusetzen und gleichzeitig in einem Altbau zu wohnen, dessen Erhaltung nicht nur den zukünftigen Besitzern, sondern eben auch dem Staat, den Ländern und dem Bund am Herzen liegt.

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