Auch im Handwerk findet man immer mehr Spezialisierung

3. März 2021 0 Von holger renn

Auch in Handwerksberufen greift die Spezialisierung immer mehr um sich. Hat man früher den Beruf des Maurers erlernt, dann konnte man alles. Im Zuge der Zeit gibt es den Mauerer alter Schule eigentlich gar nicht mehr. Die Ausbildung läuft zwar einige Zeit parallel aber dann werden doch Entscheidungen getroffen und man muss sich für einen Bereich entscheiden.

Handwerker und Studium

Aus dem Mauerer wird inzwischen der Hochbaufacharbeiter, der Stahlbetonbauer, der Feuerungsbauer, der Fliesenleger usw. Die umfassende Ausbildung, die einen Auszubildenden befähigen sollte, in allen Bereichen des Handwerks tätig zu sein, ist so gut wie vorbei. Ähnliches kann man in Kfz-Bereich bemerken. Gab es vor Jahren den Kfz-Mechaniker im Bereich Lkw und Pkw, so ist das mittlerweile der Kfz-Mechatroniker, Fachrichtung Karossiebau oder Fachrichtung Fahrzeugelektronik oder Fachrichtung Kommunikationstechnik. Und das wird noch unterteilt in die Bereiche Pkw und Lkw. Es ist natürlich richtig, das gerade im Bereich Fahrzeugtechnik die Entwicklung derart vorangeschritten ist, das ein Kfz-Mechaniker von vor fünfzig Jahren mit dem heutigen nicht mehr zu vergleichen ist. Es wird ständig mehr an Elektronik und an Zubehör in den Fahrzeugen verwendet und für vieles ist halt doch spezielles Wissen notwendig. Aber ob das in allen Berufen so sein muss ist die Frage. Wird es mit der Spezialisierung nicht in vielen Bereichen übertrieben.

Lesen:  Info Muschelkalk

Bezeichnungen der Berufsgruppen ändern sich

Warum heißt der Schlosser nicht mehr Schlosser sondern im Berufenet der Agentur für Arbeit findet man unter Schlosser 23 verschiedenen Berufe, angefangen vom Aufbereitungsmechaniker bis hin zum Servicetechniker. Oder, sieht einmal unter Tischler nach findet man 31 Berufe aufgezählt vom Ausstellungstischler über den Holzmechaniker zum Tischlerfachwerker. Ob das alles nötig ist, fragt man sich. Sind das alles Spezialisten oder machen alles dasselbe und es heißt nur anders? Da muss man sich doch den Bäcker loben. Immerhin gibt es dort nur 11 verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Es ist einzusehen, dass es auch im Handwerk Fachleute geben muss für verschiedene Aufgaben. Aber wenn man sich die Berufsbilder einmal ansieht, kann man schon ins Grübeln kommen, ob der Bezeichnungen die da aktuell sind. Und man fragt sich, ob diese diffizilen Unterscheidungen wirklich notwendig sind. Denn vieles wird komplizierter dadurch und auch das Angebot an Ausbildungsstellen kann doch nicht wirklich dadurch gewinnen. Ein Handwerker ist jemand, der ein Produkt entstehen lässt durch seine Arbeit und seine Fähigkeiten. Es gibt die verschiedensten Bereiche des Handwerks und der Auszubildende, der sich für einen handwerklichen Beruf interessiert, muss verschiedenen Voraussetzungen und Interesse mitbringen. Aber ob er schon weiß, für welche Spezialisierung er sich letztendlich entscheiden sollte, das ist doch die Frage. Vieles kann doch auch innerbetrieblich geregelt werden.

372a90b6830f44f885d1b068a1afba45